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Henning Mankell

8 Quellen kontinuierlicher Selbsterneuerung
01.11.2019 10:11
von Ira Rueder

8 Quellen kontinuierlicher Selbsterneuerung

CHANGE 4 SUCCESS  |  Change Management Training Coaching Mediation

8 Quellen kontinuierlicher Selbsterneuerung - Grundlage für Innovation & Zukunftsfähigkeit

Richard Foster von der University of Yale hat die Lebensdauer der größten US-Konzerne untersucht. Sein Befund lässt aufhorchen: Im Schnitt werden sie nur noch 15 Jahre alt. Europäische Betriebe kommen immerhin auf 28 Jahre. Doch auch ihre Lebensdauer sinkt.

Foster glaubt, dass das klassische Change Management an seine Grenzen stößt. Dies gilt zumindest dann, wenn sich Change Management darauf beschränkt, auf Änderungen von außen zu reagieren.

"Bewusst in die Zukunft" lautet deshalb Fosters Devise.

Er empfiehlt Unternehmen, bereits in guten Zeiten einen Prozess vorausschauender Erneuerung zu etablieren. Dieser Prozess fokussiert 8 Quellen kontinuierlicher Selbsterneuerung als Grundlage für Innovation & Zukunftsfähigkeit:

1. Selbstreflexion

Schaffen Sie Auszeiten für sich und Ihre Mitarbeiter und ermöglichen Distanz zum betriebsamen Alltag. Mut gehört dazu, gerade wenn sich die Aufgaben auf dem Schreibtisch türmen.

Doch "Reflexion" steht für das Sich-Zurücklehnen und prüfende Nachdenken. Reflexion erfordert Abstand, Konzentration und Ruhe. Im steten Galopp gelingt dies nicht.

Erneuerungsfähige Unternehmen ermöglichen ihren Mitarbeitern und Führungskräften Auszeiten in Form von Workshops, Coachings oder Trainings. So schaffen sie Inseln, um zu reflektieren, wo das Unternehmen steht und was die Zukunft bringt.

2. Kommunikation und Vernetzung

Schon die Medici verstanden es, die besten Köpfe ihrer Zeit zusammenzubringen. Gemeinsam entwickelten sie die neuen Ideen, die die Renaissance begründeten - die bis heute als eine der innovativsten Epochen der Menschheitsgeschichte gilt.

Im Austausch entstehen Ideen. Führungskräfte sollten darauf achten, unterschiedliches Knowhow im Unternehmen immer wieder neu zusammenzubringen und den Austausch zu fördern - etwa durch Abteilungshospitanzen, bereichsübergreifende Teams oder Großgruppenkonferenzen.

3. Vielfalt und Dissens zulassen

Für erneuerungsfähige Unternehmen ist die Vielfalt eine Grundhaltung und zentrale Quelle des kontinuierlichen Wandels. Sie ermutigen ihre Mitarbeiter, ihre Meinung zu äußern, auch wenn sie abweicht und zunächst unbequem ist. Manche Unternehmen machen gute Erfahrungen damit, in Diskussionen den Widerspruch zu fordern. Sie installieren den "Advocatus diaboli", um Fehler aufzuspüren.

4. Bezweifeln und Vergessen

Erfahrung ist gut und wertvoll. Doch sie kann zur Bürde werden, wenn sich das Umfeld verändert. Aus Kernkompetenzen werden dann Kompetenzfallen.

Suchen Sie die Auseinandersetzung. Willibert Scheuter, damals Leiter der Elektronikentwicklung bei Audi, gründete eine Art "Youth Advisory Board". Die Mitglieder dort waren regelmäßig 20 Jahre jünger und gaben Feedback zu Managementsystem, Organisationsstruktur oder Produktentwicklung.

Scheuter nutzte dieses Forum, um Altgedientes auf den Prüfstand zu stellen und nötigenfalls zu entsorgen.

5. Erkunden

Neugierig auf Neues zu sein und den Pioniergeist zu fördern ist eine wichtige Grundlage für die anderen Prinzipien.

6. Experimentieren, scheitern, lernen

Nicht nur Google gesteht seinen Mitarbeitern freie Zeiten zu und lässt sie experimentieren: Auch die Firma Gore, bekannt durch Gore-Tex, stellt ihren Mitarbeitern Zeit für Experimente zur Verfügung. Die besten Ideen seien so entstanden, heißt es.

Erneuerungsfähige Unternehmen nehmen eine forschende Haltung ein und zeigen Entdecker Qualitäten. Dazu stellen sie Ressourcen zur Verfügung. Fester Bestandteil des Forschens ist allerdings das Scheitern. Dies gehört dazu: Versuch und Irrtum ist eine Form des Lernens.

7. Feedback- und Fehler-/Lernkultur

Eine gesunde Feedback- und Lernkultur unterstützen das Experimentieren, Scheitern und Lernen.

8. Denken in Kreisen

Erneuerungsfähige Unternehmen wechseln ständige zwischen Denken und Handeln, ähnlich wie es das Design Thinking propagiert. Der Wandel wird so zum ständigen Begleiter und fester Bestandteil des unternehmerischen Betriebssystems.

Aus den Prinzipien der Selbsterneuerung lassen sich gleichzeitig auch Empfehlungen für eine neue Art des Change Managements ableiten.

11 Spielregeln für ein neues Agiles Change Management

  1. Befreien Sie sich von Routinen
  2. Bevor Sie gar kein Ergebnis haben, akzeptieren Sie ein suboptimales.
  3. Führen Sie Veränderungen in kleinen Schritten durch.
  4. Reden Sie offen über Ihre eigenen Lernprozesse.
  5. Experimentieren Sie mit außergewöhnlichen Dingen, probieren Sie aus.
  6. Halten Sie sich möglichst viele Optionen offen.
  7. Akzeptieren Sie, dass Sie Dinge nicht gleich von Beginn an 100% richtig machen.
  8. Lernen Sie schnell aus Ihren Fehlern.
  9. Ziehen Sie ein agiles, iteratives Vorgehen einer starren fixen Planung vor.
  10. Halten Sie durch – geben Sie aber rechtzeitig auf, wenn Ihr Vorhaben aussichtslos ist.
  11. Kommunizieren Sie konstant und viel mit Ihren Mitarbeitern.

 

Quelle:

Hans-Joachim Gegs, die Kunst der kontinuierlichen Selbsterneuerung, changement! 01/2017.

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