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Henning Mankell

7 Typen von Widerstand - oder: Wie aus Gegenwind Rückenwind wird
19.01.2020 13:01
von Ira Rueder

7 Typen von Widerstand - oder: Wie aus Gegenwind Rückenwind wird

CHANGE 4 SUCCESS  |  Change Management Training Coaching Mediation

Widerstand in der Veränderung: 7 Typen und wie Sie sie für Ihre Idee gewinnen

1. Die Konfliktscheuen

Konfliktscheuen Menschen fällt es schwer, "Nein" zu sagen. Sie wünschen sich Harmonie und können Ärger oder schlechte Stimmung nur schlecht aushalten. Deshalb nehmen Sie viel mehr Aufgaben an als sie schaffen können. Letztlich produzieren Sie damit jedoch Ärger, denn dass der Prozess ins Stocken kommt, ist vorprogrammiert.

Die Konfliktscheuen sind eigentlich an Ihrer Seite. Doch achten Sie darauf, dass jeder nur so viel zusagt, wie er leisten kann.

2. Die Betonköpfe

Manche Menschen sind aus Prinzip immer dagegen. Die beliebtesten Reaktionen sind: "Zu teuer." "Hatten wir schon." "Das klappt sowieso nicht." Betonköpfe stiften Verwirrung, schüren Panik oder machen Ihre Idee lächerlich.

Häufig haben diese Menschen Angst vor Konkurrenz, zum Beispiel vor jüngere Kollegen. Sie fürchten, die Anerkennung zu verlieren, die sie sich womöglich über Jahre aufgebaut haben. Mit ihrer Ablehnung schützen sie ihr Selbstwertgefühl.

Bauen Sie Betonköpfen eine Brücke und versuchen, einen Kompromiss zu vereinbaren: Eine Probephase oder ein Test etwas wirkt weniger bedrohlich als eine abschließende Entscheidung.

Achten Sie als Führungskraft zugleich darauf, nicht zu viel Zeit auf diese Gruppe zu verwenden: Wenn Sie eine Veränderung voranbringen wollen, brauchen Sie zu Beginn 20 bis 30 Prozent Unterstützer. Diese First-Mover ziehen einen großen Teil Ihres Teams mit. Am Ende bleiben nur noch wenige, die sich dauerhaft versperren.

3. Die Arbeitsscheuen

Morgens kommen sie knapp pünktlich zur Arbeit, dafür gehen sie abends ein umso zeitiger. Wenn es um neue oder zusätzliche Aufgaben geht, halten sie sich vornehm zurück.

Versuchen Sie herauszufinden, weshalb diese Kollegen so reagieren: Die wenigsten Menschen sind von Natur aus faul. Wer zusätzliche Aufgaben übernimmt, will Anerkennung und Beachtung. Viele Arbeitsscheue haben jedoch schlechte Erfahrungen gemacht und innerlich gekündigt.

Was hält Ihre Kollegen oder Mitarbeiter davon ab, sich aktiv zu beteiligen? Wenn es Ihnen gelingt, die schlechten Erfahrungen der Vergangenheit zu bewältigen, können Sie in dieser Gruppe Mitstreiter gewinnen.

4. Die Minderleister

Ihre Arbeit schaffen sie so schon kaum und bei unerwarteten Hindernissen sind sie hilflos. Fehler geben sie ungern zu. Es sind einfach zu viele.

Versuchen Sie herauszufinden, weshalb der Kollege oder die Kollegin jenseits der erwarteten Form bleibt: Hat der Kollege Ärger oder Kummer und ist deshalb temporär eingeschränkt leistungsfähig? Oder ist er auf Dauer überfordert? Finden Sie entlang der Antwort Ihre Lösung.

5. Die Unentschiedenen

Die Unentschiedenen reagieren zwar weniger radikal als die Betonköpfe, doch auch sie bremsen das Team nachhaltig: Es sind diejenigen, die immer ein Haar in der Suppe finden; die übergroß die Risiken und Gefahren sehen und eindringlich vor dem nächsten Schritt warnen. "Ja, aber ..." ist ihre typische Reaktion.

Die Unentschiedenen haben oft ein schwaches Selbstbewusstsein. Sie fühlen sich von der Aufgabe überfordert und versuchen, die Erwartungen gering zu halten. Fragen Sie nach den Beweggründen und nach alternativen Lösungen. So kann es gelingen, die Abwehrhaltung zu verändern.

Obwohl die Zusammenarbeit mit Unentschiedenen anstrengend ist, haben Sie eine wichtige Funktion: Tatsächlich helfen sie Ihnen, Hindernisse und Risiken aus dem Weg zu räumen, bevor es zu spät ist. Wenn es Ihnen gelingt, die Kritik fruchtbar in Ihr Projekt zu integrieren, steigern Sie mithilfe der Unentschiedenen letztlich die Qualität des Ergebnisses.

6. Die Großartigen

Im Team präsentieren sie sich als Bestimmer, dabei hat sie keiner dazu ermächtigt. Sie treffen ihre Entscheidung alleine und wer widerspricht, wird lautstark niedergerungen.

Manchmal liegt es an einem übersteigerten Selbstbewusstsein, manchmal an einem schwachen Ego. So oder so sind die Großartigen nicht im Reinen mit sich und sie tun dem Team nicht gut. Der Umgang mit ihnen ist schwierig: Wer will die ständige Konfrontation mit ihnen aushalten?

Großartige lassen sich kaum für die Teamarbeit gewinnen. Wenn Sie Vorgesetzter sind, überlegen Sie, wie lange Sie das Verhalten mittragen können.

7. Die Solisten

Solisten können viel, sie haben gute Ideen. Nur mit den Kollegen rechtzeitig reden, das können sie nicht. So rufen sie Veränderungen ins Leben, die nicht abgestimmt sind. Ärger ist die Folge und jede Menge Verwirrung.

Echten Solisten fällt es schwer, in die Schuhe anderer zu schlüpfen. Sie können sich nicht vorstellen, dass die Welt für andere anders aussieht. Manche wollen jedoch ganz einfach auffallen und ihre herausgehobene Position zementieren.

Würdigen Sie das Engagement der Solisten. Weisen Sie zugleich auf die Probleme hin, die das Team immer wieder mit ihnen erlebt. Solisten müssen lernen, sich mit Kollegen abzustimmen.

 

Lern-Tipps

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Lese-Tipps

CHANGE 4 SUCCESS: Widerstand im Change: Muster erkannt, Blockade gebannt. Ursachen erkennen & auflösen

Martin Scherzinger, Widerstand konstruktiv nutzen, Changement!, 1/2016, Seite 24-26 

Walter Wiberny, Liebe den Widerstand! Warum Widerstand zu Veränderungsprozessen gehört, B+P - Zeitschrift für Betrieb und Personal, 11/2018

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