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Henning Mankell

Prinzip Selbstverantwortung - du darfst!
05.11.2018 11:11
von Ira Rueder

Prinzip Selbstverantwortung - du darfst!

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Autonome Teams

Von Risiko bis Kultur – acht Gründe, weshalb Menschen Verantwortung meiden

„Verantwortung tragen“ – das klingt positiv. Doch die glänzende Medaille hat auch ihre Kehrseite: Mindestens vier Gründe sprechen dafür, dass Menschen lieber einen Bogen um die Übernehme von Verantwortung machen:

Risiko: Wer Verantwortung übernimmt, geht ins Risiko. Der Verantwortliche macht sich angreifbar und nicht jeder hält das aus. Es ist einfacher, Schutz hinter dem Rücken anderer zu suchen und sich zu verstecken.

Negatives Image: Was löst der Satz: „Wer ist dafür verantwortlich?“ bei Ihnen aus? Erwarten Sie eine Belobigung? Viel wahrscheinlicher ist eine Standpauke. Womöglich rollt sogar ein Kopf. Verantwortlich ist, wer am Ende für eine Sache gerade stehen muss. Die ist ein geläufiges Verständnis von Verantwortung. Es überdeckt ein anderes, eher zukunftsgerichtetes Verständnis: Aufgaben annehmen, die zu tun sind.

Den Selbstwert schützen: Im Falle von Problemen die Schuld bei anderen zu suchen, ist ein menschlicher Reflex. Das Verhalten dient dazu, den Selbstwert zu stabilisieren.

Erziehung und Sozialisation: Verantwortung zu übernehmen, heißt auch, aus der Reihe hervorzutreten und sich zu zeigen. Doch das kann ein unerwünschtes Verhalten sein, besonders bei Frauen.

So baut die Organisation Hürden und Hindernisse auf

Neben diesen sozialen und kulturellen Ursachen, die Verantwortung zu meiden, existieren organisationsbedingte Gründe:

Stellenbeschreibungen definieren die Grenzen der Verantwortung: „Das ist nicht mein Problem!“, heißt es im Zweifel. In der Folge denken Menschen in Tätigkeiten, nicht in Ergebnissen. Sehen Sie einen Fehler, sagen sie nur vielleicht etwas dazu und belassen es dabei. Doch damit ist es in Wahrheit nicht genug. Echtes Verantwortungsbewusstsein zeigt sich im Engagement, das Problem tatsächlich zu lösen.

Führungskräfte geben sich nach außen fortschrittlich und sprechen sich dafür aus, Verantwortung zu teilen.Doch insgeheim fragen sie sich, wozu sie dann noch gebraucht werden und halten ihre Mitarbeiter mehr oder weniger bewusst klein. In einem solchen Fall kommt es darauf an, das Selbstbild neu zu definieren. Zudem müssen Führungskräfte lernen, abweichende Einschätzungen und Entscheidungen anderer auszuhalten. Es ist wichtig, nicht sofort dazwischenzugehen, auch wenn andere möglicherweise mehr Zeit benötigen.

Die Mitarbeiter sollen sich verändern, doch die Organisation soll bevorzugt stabil bleiben: Auf Mitarbeiter und Führungskräfte steigt der Druck, verantwortlich zu handeln. Doch was passiert, wenn die Strukturen dies nicht hergeben? Wenn etwa „selbstverantwortliche“ Teams definiert werden, hierarchische Strukturen jedoch bestehen bleiben und am Ende einer seinen Kopf hinhalten muss? Das kann nicht funktionieren. Verantwortung und Entscheidungsbefugnis gehören zusammen, ohne Wenn und Aber.

Mitarbeiter funktionieren in der Kultur, die sie gelernt haben: Die wirtschaftliche Dynamik heute bringt es mit sich, dass neue Verantwortungsbereiche entstehen – oft unerwartet. Mit Stellenbeschreibungen der klassischen Form lassen sie sich nicht mehr einfangen.

Wer sich über mangelndes Verantwortungsbewusstsein seiner Mitarbeiter beklagt, muss die Unternehmenskultur in den Blick nehmen

  • Wie wurden Ideen und Initiativen der Mitarbeiter bisher aufgenommen?
  • Waren sie willkommen, verschwanden sie in den Schubladen oder wurden sie sogar sanktioniert?

Ganz gleich, was war: Die Mitarbeiter haben gelernt, in dieser Kultur zu funktionieren. Sollen sie sich heute anders verhalten, müssen sie erst das Vertrauen aufbauen, dass sich etwas geändert hat und dass ihre Initiative heute gewünscht ist. Nicht selten müssen sie außerdem Selbstbewusstsein und Vertrauen zu sich selbst und ihren Fähigkeiten und Kompetenzen aufbauen.

 

Quelle:

  • Verantwortung übernehmen: Du darfst ..., managerSeminare Heft 227, Februar 2017

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