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Henning Mankell

The New Normal - Gedanken zur mentalen Transformation
25.05.2020 20:05
von Ira Rueder

The New Normal - Gedanken zur mentalen Transformation

CHANGE 4 SUCCESS  |  Change Management Training Coaching Mediation

Die Transformation ins New Normal braucht vor allem eine mentale Transformation.

Warum? Die größte Herausforderung sind vielerorts immer noch die Hürden in den Köpfen. Gleichzeitig brauchen zukunftsgerichtete Reformen einen positiven frischen Spirit.

Was macht diese Situation mit unserem Team-Spirit? Welche Auswirkungen hat das auf unsere Unternehmenskultur?

Wer seine Antennen ausgefahren und den Markt aufmerksam beobachtet hat, der hat schon vor Corona festgestellt, dass sich durch die Digitalisierung eine neue Art der Wirtschaft anbahnt und dass die jungen Generationen ganz andere Vorstellungen von einer gelungenen Karriere haben, als es die älteren Generationen hatten.

Hohe Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Voraussicht sind übrigens auch Merkmale von Krisenkompetenz und Zukunftsfähigkeit. Gleichzeitig sind dieses oft keine naturgegebenen Talente, sondern die Folge von Lernen und Entwicklung – und das wiederum ist vielfach eine Frage der inneren Haltung und Einstellung.

 

Mentale Transformation: Agiles Mindset

Die Coronakrise wirbelt alles durcheinander, nichts erscheint mehr sicher. Wir erleben VUKA par excellence: Volatilität – Unsicherheit – Komplexität – Ambivalenz. Gefragt sind schnelle Reaktionsmuster, pragmatisches Vorgehen, das Beschreiten ungewöhnlicher Wege.

Wir sehen derzeit deutlich, wie volatil unsere Systeme sind und wie fatal es sein kann, sich auf etablierte Prozesse zu verlassen. Gleichzeitig stellen wir wieder und wieder fest, wie flexibel Menschen sind. Vielerorts zeigt sich: Der entscheidende Faktor für die Zukunftsfähigkeit von Organisationen sind nicht Oranisationsstrukturen, sondern es sind die Organisationskultur und die  Führungskultur.

Resilienz und Zukunftsfähigkeit von Teams und Organisationen zeichnet sich aus durch eine Kultur, die Freiräume gewährt und auf die Kompetenz der Mitarbeiter setzt. Genau das, was junge Arbeitnehmer-Generationen anstreben.

Das vielbeschworene Agile Mindset ist dabei kein finales Ergebnis, kein Strukturzustand, sondern eine Haltung. Und diese Haltung ist nicht geprägt von noch mehr Wissen, sondern vor allem von Talent, Mut, Pioniergeist, Experimentierfreude und vernetzem Arbeiten.

In der Komplexität die uns derzeit umgibt und in der vieles weder vorhersehbar noch beherrschbar ist, braucht es nicht noch mehr Daten, noch mehr Reporting oder noch mehr Management, sondern echtes Leadership und eine zuversichtliche Denk- und Handlungsweise im Umgang mit Unsicherheit und Risiko.

The New Normal: die Abwesenheit von Anwesenheit

In vielen Organisationen wurde Leistung mit Anwesenheit gleichgesetzt – Arbeit im Home-Office schien undenkbar. Corona zeigt – quasi über Nacht – dass die „Abwesenheit von Anwesenheit“ sehr wohl möglich ist und sich dadurch die Leistung vieler Menschen nicht verschlechtert, sondern – oh Wunder – an vielen Stellen sogar deutlich verbessert! Die Symbiose von Leben & Arbeiten ist Realität.

Corona erweist sich als Schubkraft für die Digitalisierung und Prüfstand für New Work – und zeigt, wie steil die Lern- und Entwicklungskurven von Unternehmen sein können. Ruck-Zuck wurden Online-Meetings ausprobiert und schnell wurde klar: Erfolgsentscheidend ist nicht die Technik, sondern die Veränderung sozialer Verhaltensformen. 

Unternehmenskultur und Einstellung der Führungskräfte, sind massgeblich dafür, dass aus räumlicher Isolation keine soziale Isolation wird und Teams weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten können. Es braucht Führung als Dienstleistung – dienen für Leistung – und den Fokus auf Werte wie Vertrauen, Sinnhaftigkeit, Ergebnisorientierung, Toleranz.

Wichtig ist auch die Erkenntnis, dass die Spontantransformation nicht nur die Fähigkeit befeuerte, vom heimischen Küchentisch aus zu arbeiten. Durch das Extrem-Home-Officing entsteht eine neue Sensibilität dafür,

  • was wir am Büro vermissen und was nicht
  • was moderne Büros leisten können und müssen
  • was wir brauchen, um produktiv zu sein – individuell, für uns selbst, und in der Zusammenarbeit mit anderen.

Der Homeoffice-Marathon verdeutlicht den Nachholbedarf bei

  • Raum-Konzepten
  • Kompetenzen
  • Kultur

und deckt gnadenlos die to-do´s auf in Bezug auf Personal- und Organisationsentwicklung.

Krisenzeiten führen uns heran an unsere ureigensten Charaktereigenschaften. Wenn es hart auf hart kommt zeigen sich Menschlichkeit, Kooperationsfähigkeit, Vertrauen. So wird aktuell in beinah jeder Organisation deutlich, ob die im Employer-Branding klangvoll dargestellten Unternehmenswerte auch gelebt werden.

UND - dadurch wird auch klar: Kultur ist kein „Kann-Programm“ mit dem man sich dann beschäftigt, wenn irgendwann mal Zeit dafür ist.

Die Arbeit an Kultur und Mindset – die Entwicklung einer zukunftsfähigen Unternehmenskultur - ist die Grundlage für Resilienz und Krisenfestigkeit und Pflichtprogramm für Leadership- und HR-Teams. 

Wir werden uns daher nach Corona nicht nur daran erinnern, WIE wir die Krise bewältigt haben, sondern vor allem: mit WEM. Und darauf basierend entscheiden wir auch, wie und mit wem wir unsere Zukunft gestalten wollen.

Mutige Zukunftsgestalter gesucht

Die Coronakrise zeigt, dass es sich kaum ein Unternehmen leisten kann, sich in (falscher) Sicherheit zu wiegen – gegen Disruption ist niemand gefeit. Um gestärkt aus der Krise hervorzugehen braucht es Zuversicht und die Bereitschaft die Zukunft aktiv zu gestalten. Krisenzeit ist Aufbruchszeit. So paradox es auch klingen mag: gerade jetzt ist es sehr vernünftig, mutig zu denken und zu handeln. Pioniergeist und Experimentierfreude sind gefragt. 

Die mentale Transformation hin zum Agilen Mindset ist dafür eine wichtige Grundlage.

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