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Henning Mankell

Virtual Collaboration - im Team erfolgreich trotz Distanz
10.10.2020 10:10
von Ira Rueder

Virtual Collaboration - im Team erfolgreich trotz Distanz

CHANGE 4 SUCCESS  |  Change Management Training Coaching Mediation

Virtual Leadership & Virtual Collaboration

Dank moderner Technologie müssen wir nicht umständlich die Wählscheibe bedienen, um einander zu hören. Nein - wir können einander sogar sehen und das mit einer Vielzahl von Teilnehmern. Doch da ist und bleibt diese Distanz. Kein gemeinsamer Kaffee in der Pause, kein kurzes Gespräch zwischen Tür und Angel, keine persönliche Gratulation zum Geburtstag der Kollegin. Stimmt das?

Nähe auf Distanz?

Unsere Erfahrung aus onlinebasierten Beratungen, Coachings und Trainings ist, dass das sehr gut geht mit der Nähe. Sicher – das, was wir als soziale Wesen gewohnt sind abzulesen über Körpersprache, Gestik und Mimik, entfällt zu einem großen Teil im virtuellen Umfeld. Und dieser vor allem visuelle Wahrnehmungskanal macht einen Großteil unserer zwischenmenschlichen Kommunikation aus. Soviel Ur-Bedürfnis steckt nun mal einfach in uns allen.

Andererseits erleben wir in der virtuellen Praxis auch eine Form der Fokussierung auf neue Aspekte:

  • Stimme
  • Sprache
  • Aktivitätsgrad der Teilhabe
  • Persönliche Informationen

Gerade die Tatsache, dass viele von uns aus dem Home-Office heraus arbeiten, sich also in ihrer gewohnten Umgebung befinden, scheint das Zeigen anderer, durchaus persönlicherer Seiten anzukurbeln. Wir erleben einander in einem anderen Setting. Virtuell, ja, und gleichzeitig auch in Teilen privater und vertrauter – wenn z. B. gerade der Hund, die Katze oder auch das Kind plötzlich und ungeplant vor der Webcam auftauchen und ein „gemeinsamer Moment“ entsteht, den wir miteinander teilen - das verbindet.

Das gemeinsame Erleben um die Herausforderungen virtueller Zusammenarbeit als Team, aber auch das Bewältigen der einen oder anderen Hürde im neuen Setting – all´ das kann Teamspirit, Vertrauen und eine Nähe besonderer Qualität schaffen.

Wichtig ist es, für diese Form der Zusammenarbeit & Führung transparente und klare Voraussetzungen zu schaffen: Zum einen gilt es, die medientechnischen Kompetenzen der Teammitglieder offenzulegen und wenn nötig entsprechend zu schulen.

Steht die Technik und sind die Voraussetzungen hierfür geschaffen, ist es wichtig die gemeinsame (neue) Form der Zusammenarbeit und Kommunikation zu beleuchten,

Stichwort: Besprechungskultur

  • Wie, wann und wie häufig trifft sich welcher Kreis zu welchem Thema/Zweck?
  • Wie sollen die Besprechungen ablaufen und was ist deren Ziel?
  • Wie findet der Informationsaustausch statt?
  • Wie werden Arbeitsschritte und -ergebnisse nachgehalten?
  • Wo braucht es Rücksprache und wo eben vielleicht auch nicht (mehr)?

Wenn alle in einem virtuellen Team und damit dennoch jeder hauptsächlich für sich arbeitet, wird der Bedarf an Austausch und Kommunikation an anderer Stelle durchaus größer. Zumindest weist hierauf eine aktuelle Umfrage der Jobplattform Stepstone hin. Die gut 5.000 befragten Fach- und Führungskräfte gaben nämlich mit 62% den Wunsch an, dass ihre Führungskraft sich noch intensiver mit ihr austausche und sich dafür auch die Zeit nähme.

Servant Leadership - dienende Führung

Gleichzeitig ist es  - gerade als Virtual Leader –  Führungsaufgabe, zu delegieren, Aufgaben klar zu strukturieren und die Mitarbeiter darin zu unterstützen, die Herausforderungen virtueller Zusammenarbeit selbst zu meistern und zu eigenen Erfolgsgeschichten zu machen. Servant Leadership oder auch dienende Führung.

Virtuelle Zusammenarbeit sowie Führung auf Distanz setzt Vertrauen voraus. Richtig. Vertrauen in die Kompetenzen der Mitarbeiter, das Einhalten von Absprachen & Deadlines, ehrliche Rückmeldungen und Engagement entstehen in „analoger Zusammenarbeit“ aber auch nicht per se. Das gibt es nicht geschenkt, dass erarbeiten wir uns – und zwar immer wieder neu. Jetzt eben virtuell.

Teamspirit fördern

By the way – Teambuilding lässt sich wunderbar auch online betreiben. Mit einem regelmäßigen AfterWork@Home-Meeting zum Beispiel oder einer virtuellen Fuck-Up-Night, wo sich alle einmal zu den Downlights der vergangenen Wochen auslassen und austauschen können. Auch eine Variante des gemeinsames Feierabendbiers – ganz nah und dennoch mit ausreichend Abstand, versteht sich.

 

Mehr zum Thema virtuelle Führung finden Sie auch in unserer ACADEMY 4 EXCELLENCE in der Live Online Ausbildung #Virtual Leadership - erfolgreich führen auf Distanz

 

Quelle:

  • managerSeminare, Heft 266; Ausgabe Mai 2020, S. 6.
  • Harry Gatterer, Matthias Horx (Hrsg.), Die Welt nach Corona, Business, Märkte, Lebenswelten – was sich ändern wird. Zukunftsinstitut GmbH, 2020

 

Literaturtipp:

  • Elke Berniger-Schäfer, Digital Leadership, Die Digitalisierung der Führung, 2019

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