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Henning Mankell

Resiliente Organisation - was krisenfeste Unternehmen auszeichnet
06.04.2020 16:04
von Ira Rueder

Resiliente Organisation - was krisenfeste Unternehmen auszeichnet

CHANGE 4 SUCCESS  |  Transformation Training Coaching Mediation

Resiliente Systeme – in diesem Fall resiliente Teams und Organisationen – kombinieren hierarchische Strukturen und Netzwerkstrukturen. Das gibt Sicherheit im Daily Business und ermöglicht im Krisenfall schnelles Handeln.

Die Grenzen einer Organisation sind längst nicht mehr starr, sondern durchlässig und fließend – also fluid: Feste Zugehörigkeiten, klare Strukturen, Kommunikationsprozesse und Schnittstellen verlieren ihre Tragfähigkeit. In diese Lücke springt das Beziehungsmanagement, denn das „Wie“ der Zusammenarbeit muss immer wieder neu verhandelt werden. Ein Agiles Mindset, das Networks & Collaboration fördert, ist dafür unverzichtbar.

In fluiden Organisationen ergibt sich für Führungskräfte eine anspruchsvolle Aufgabe: Ihnen fällt es zu, aus dem Kreis der vertrauten Mitarbeiter und neu Hinzukommenden produktive Teams zu schmieden. Dabei kommt es darauf an, schnell eine Balance zwischen Abschottung und Offenheit zu finden, so dass in diesen „Wertschöpfungsnetzwerken“ Vertrauen entsteht.

Für das mittlere Management steigt die Notwendigkeit einer neuen Auftragsdefinition: Die Führungsaufgabe geht dahin, den Innovationsgrad der Mitarbeiter zielgerichtet zu steigern, oder diese in die Lage zu versetzen, ihre persönlichen Potenziale vollständig abzurufen.

Leadership bedeutet daher künftig, Grenzen und Barrieren im und am Rand des Unternehmens zu hinterfragen und Abläufe nicht abschnittsweise zu denken, sondern den Schritt von der Prozesskettenoptimierung zur interdisziplinären Zusammenarbeit zu machen. Der Auftrag, Strukturen zu optimieren und an Schnittstellen für Klarheit und Ordnung zu sorgen, wird ergänzt – oder gar ersetzt – um ein deutlich weniger formalisierbares Beziehungsmanagement, das die diversen Player lose gekoppelt und doch eng verbunden führt.

Eine Hays-Studie zeigt das mit Abstand deutlichste Charakteristikum von Wissensarbeit: Für 87% der Befragten erfordert ihre Tätigkeit die Zusammenarbeit und Vernetzung über Abteilungsgrenzen hinweg, 62% empfinden die Arbeit in Mixed-Teams aus unternehmensinternen und -externen Kollegen als produktivitätsfördernd. Dazu gehört es, Räume und Strukturen einzurichten, in denen zusammengearbeitet werden kann: Wie rasch gelingt es, ein gemischtes Team aus „eigenen“ Mitarbeitern und Netzwerkpartnern wirklich produktiv zu machen? Die Tücke liegt im Detail, schließlich geht es auch darum, bodenständige, praktische Fragen zu beantworten: Wo finden solche Teams rasch verfügbare und über längere Zeit hinweg reservierbare Projekträume im Büro? Wie schnell und reibungslos lassen sich gemeinsame IT-Infrastrukturen und gemeinsam nutzbare Wissensmanagement-Plattformen herstellen?

Führungskräfte sind als Beziehungsmanager gefordert, in temporären Partnerschaften rasch die geeignete Betriebstemperatur herzustellen und zügig eine produktive Balance zwischen Offenheit und Abgrenzung zu erreichen. Die Qualität der Zusammenarbeit erschließt sich über das Maß, in dem Vertrauen aufgebaut werden kann, Konkurrenzdenken eingedämmt wird und sich Teams nicht an den Reibungsflächen unterschiedlicher Unternehmenskulturen abnützen.

Konsequenz: Wenn das Unternehmen grenzenlos(er) wird, erstreckt sich auch der Gestaltungsspielraum für Führungskräfte weit über das eigene Unternehmen hinaus, und auch auf Menschen und Strukturen, über die sie eigentlich keine Verfügungsgewalt haben. Und immer öfter geht es um das Gestalten von Beziehungen, vor allem in ambivalenten Situationen.

Welche Faktoren über die Kombination von Hierarchie & Netzwerk hinaus ausserdem dazu beitragen, eine hohe Elastizität und Widerstandsfähigkeit – also: Resilienz – im Unternehmen zu entwickeln, zeigt die beigefügte Abbildung. Betrachtet werden auch hier wieder die Ebenen Person – Team – Organisation.

Besondere Bedeutung haben

  • gemeinsame Werte als Grundlage der Organisationskultur
  • transformationale Führung als Austauschverhältnis auf Augenhöhe
  • aktives Talent- und Kompetenzmanagement zur Nutzung aller vorhandenen Potenziale
  • Widerstandskraft von Teams und Einzelpersonen, um erfolgreich mit Belastungen und schwierigen Situationen umzugehen

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